Ein Kilo Hähnchenkeulen für 2,99 Euro?

Ein Hoch auf den Wettbewerb! Denn ihm verdanken wir die vielen wahnsinnigen Lebensmittel-Schnäppchen, mit denen die Händler uns jede Woche aufs Neue überraschen. Wer kann schon widerstehen, wenn es ein Kilo Hähnchenkeulen für schlappe 2,99 € gibt? Inklusive bebildertem Diät-Rezept versteht sich, damit Kunde sich vorstellen kann, wie die blassen Keulen später auf seinem Teller aussehen können.

Nur 2,99 Euro! Billiger als eine Schachtel Zigaretten! So macht das Einkaufen Spaß. Zumindest, wenn man solche Angebote nicht hinterfragt.

Um erst gar nicht auf diese Idee zu kommen, zeigen Abbildungen von glücklichen Hühnern auf grünen Wiesen, was wirklich in der Verpackung steckt: pure Natur.

Worüber also denken wir nach? Wir können aufatmen. Hier, in unserem Beispiel, ist alles im grünen Bereich.

Nicht hier, sondern ganz woanders, da gibt es Keulen von Tieren, die etwa 30 Tage, unter Beachtung aller rechtlichen Auflagen, eingepfercht vor sich hinvegetiert haben, bevor sie in Massen zusammengedrängt wurden, um im Schlachthof ihr Ende zu finden.

Nein, unsere Keulen stammen von Hähnchen, die artgerecht gelebt haben. Grüne Wiese, frische Luft, gutes Futter.

Unsere Keulen für 2,99 € sind ECHTE Schnäppchen. Beste Ware zum einmalig günstigen Preis. Von Geflügelhöfen mit selbstlosen Landwirten, deren Berufung und Hobby es ist, Hähnchen bedarfsgerecht zu füttern, zu halten und zu schlachten, damit Verbraucher später das unter allen Aspekten bestmögliche Hähnchenfleisch genießen können.

Wer Schnäppchen jagt, vergisst schon mal nachzufragen, was es kostet, Hähnchen artgerecht aufzuziehen, und wie Landwirte bei einem Verkaufspreis von 2,99 € je Kilo Keulen wirtschaftlich existieren können.

Ob sie existieren können!

Und ob die Hähnchen tatsächlich eine grüne Wiese gesehen haben!

 

Bildquellen

  • Hähnchenkeule: Barbara Mettbach

Ein Gedanke zu „Ein Kilo Hähnchenkeulen für 2,99 Euro?

  1. Robert Wassmer Antworten

    Wer in einem Industrieland wie der BRD mit dem Nachdenken beginnt, begeht Suizid bevor er wahnsinnig wird.
    Doch im Lebensmittelbereich gibt es Hoffnungen, denn neulich war zu erfahren, dass die PHW-Group viel Geld in ein startup investiere, das Geflügelfleisch in der Petrischale züchten wird.
    Kein 28-Tage-Hühnchen muss künftig mehr sterben, damit unter der Marke Wiesenhof, Markengeflügel für den schmalen Geldbeutel angeboten werden kann.
    Ich freue mich sehr darüber, dass ich in etwa 5 Jahren, meinem Gaumen die Möglichkeit bieten kann, durch einen Burger aus der Petrischale, die Vision von glücklichen Hühnern auf grünen Wiesen vermitteln zu können, ohne dafür ein Lebewesen in den Tod getrieben haben zu müssen.
    Bis dahin kaufe ich Markengeflügel bei ALDI und träume von der Zeit, in der ich quasi richtiges Fleisch essen kann, ohne deshalb Tiere schlachten lassen zu müssen.
    Ich hätte auch schreiben können, dass ich mir bis dahin ab und an ein BIO-Hähnchen kaufe.
    Das unterlasse ich jedoch lieber, denn es wird ohnehin schon viel zu viel gelogen.

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